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Literatur > Einleitung

 

Es war einmal ein Vogel, er hieß "Videha", der sich unendlich im Himmel vergnügte und ohne jeglichen Grund glücklich und zufrieden war. Er hatte zwei Flügel namens "Jnana" und "Vairaghya", das bedeutet Weisheit und Losgelöstheit. Zuweilen war er ganz im Geschehen, welches er durch seine eigene Vorstellungskraft erschuf, und doch blieb er unberührt von all dem. Ganz natürlich glitt er durch den Luftraum, wie ein Adler, hoch am Himmel, ohne die Notwendigkeit, auch nur mit den Flügeln zu schlagen. Im Flug legte er drei Eier. Durch die Reibung, die durch die Fallgeschwindigkeit entstand, brachen die Eierschalen auf, und alle drei Küken schlüpften aus.

 

Dem ersten Vogel war es nicht gar nicht bewusst, dass er fiel. In seiner Unwissenheit machte er eine Bruchlandung und befand sich in einem völlig erbärmliche Zustand. Mit gebrochenen Flügeln kam er nach einiger Zeit wieder zu Bewusstsein, nur um seine schrecklichen Schmerzen und sein Leid wahrzunehmen. Er wusste nicht, was er tun sollte, um dieses Leid zu überwinden. Als sein Zustand sich etwas verbesserte, empfand er Hunger und begann, nach lebende Kreaturen auf dem Boden zu suchen, die seinen Hunger stillen könnten. Und so hat er einen Sinn des Lebens gefunden. In der Gemeinschaft der anderen Vögeln, die ihm ähnlich waren und sich gleich verhielten, vergaß er völlig seine ursprüngliche Herkunft und seine Möglichkeit zurückzufliegen.

Der zweite Vogel nahm die ganze Situation bewusst wahr, war aber trotzdem völlig hilflos. Starr vor Angst machte er ebenfalls eine Bruchlandung. Als auch er sein Bewusstsein wiedererlangte, um seine Schmerzen und sein Leiden wahrzunehmen, fing er an, darüber nachzudenken, wie er dieses Unglück überwinden könnte. Vage erinnerte er sich an die Mutter, sah nach oben in Erwartung ihrer Hilfe und verspürte einen inneren Drang zurückzufliegen. Mit großem Einsatz und vielen Schmerzen erkundete er die Möglichkeit des Fliegens und erkannte diese in seinen beiden Flügeln. Er lernte höher und höher in die Lüfte zu steigen und kehrte vielleicht zu seiner friedvollen Herkunft zurück.

Der dritte Vogel war weise. Noch während des Fallens wurde er sich der Situation völlig bewusst und durch seine Intelligenz entdeckte er die Möglichkeit des Fliegens. Er lernte seine Flügel auszubreiten und zu benutzen, um noch vor dem Fall, zurück zu seiner Herkunft zu fliegen.

Viele Menschen sind unglücklicherweise wie der erste Vogel, völlig verfangen in der materiellen Welt, ständig bemüht, Erfüllung in Genüssen zu finden. Sie benutzen all ihre Intelligenz, nur um sich ihre Verlangen zu erfüllen. Menschen, die zu dieser Kategorie gehören, sind schlau, egoistisch, effizient und benutzen die Welt zu ihrem Vorteil. Andererseits geben sie der Welt die Schuld an ihrem Leiden und Unglück. Spiritualität spielt nur eine geringe Rolle im Leben solcher Menschen. Im besten Fall werden sie blind einige Götter und Göttinnen verehren, von denen sie sich etwas moralischen Trost erhoffen.

Sehr selten werden Menschen der dritten Kategorie geboren. Sie verfügen über große Gelassenheit und sind leidenschaftslos. Ohne durch großes Leiden gehen zu müssen, sind sie schon durch einen kleinen Hinweis fähig, die Wahrheit zu erkennen. Aus diesem Zustand der Beständigkeit werden sie den Rest ihres Lebens ohne Probleme verbringen.

Die Menschen der zweiten Kategorie sind intelligent, emotional und sensibel den Geschehnissen der Welt gegenüber. Innerlich reagieren sie stark auf das sogenannte Böse und Schlechte dieser Welt. Mit dieser Einstellung schaffen sie in ihrem Inneren Gewalt, die keinen Ausdruck findet. Auf Grund moralischer Werte, an die sie sich gebunden fühlen, entsteht daher Selbstunterdrückung, Stress und Leid. Solche Menschen sind sensibel genug, ihr eigenes Leid zu erkennen. Sie ahnen einerseits, dass sie in der Welt nicht die Erfüllung finden können, aber andererseits wissen sie nicht, was zu tun ist. Für diese Menschen ist dieses Buch geschrieben.

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